Auf einer neonatologischen Intensivstation (NICU) kann die transkutane CO2-Überwachung dabei unterstützen, eine Versorgung von Frühgeborenen nach höchsten Qualitätsstandards zu ermöglichen. Die Technologie ermöglicht eine kontinuierliche CO2-Überwachung und unterstützt somit eine proaktive Evaluation des Atemstatus, um das sensible zerebrale System und die Lungen von Frühgeborenen zu schützen. Die nicht-invasive transkutane Überwachung trägt auch dazu bei, Schmerzen und Blutverlust zu minimieren, und unterstützt Pflegeteams beim Schutz der empfindlichen Haut ihrer Patienten. Im Folgenden werden die wichtigsten Vorteile aufgezeigt und erläutert, welchen nachhaltigen Einfluss die transkutane Überwachung auf die Patienten einer NICU haben kann.

Vorteile der transkutanen Überwachung auf der NICU

Frühgeborene benötigen oft eine komplexe Pflege, bei der zahlreiche Bedürfnisse und Prioritäten sorgfältig abgewogen werden müssen. Im Folgenden finden Sie fünf Möglichkeiten, wie die transkutane CO2-Überwachung Pflegeteams auf der NICU unterstützen kann:

Unterstützung der neuroprotektiven Pflege

Die neuroprotektive Pflege ist für Frühgeborene von entscheidender Bedeutung, da ihre Gehirne sehr anfällig für Verletzungen sind, insbesondere für intraventrikuläre Blutungen (IVH). Die Priorisierung neuroprotektiver Pflegestrategien auf der NICU kann dazu beitragen, langfristige neurologische Defizite zu verhindern und die Entwicklungsperspektive der Patienten zu verbessern.

Hyperkapnie (zu hohes PCO2), Hypokapnie (zu niedriges PCO2) und Schwankungen des CO2-Spiegels bergen das Risiko für Hirnschädigungen, einschliesslich einer intraventrikulären Blutung, vor allem in den ersten drei Lebenstagen.¹ Angesichts der Rolle des CO2 bei der Blutdruckregulierung und möglichen Hirnschädigungen ist eine genaue Überwachung der Beatmung ein wichtiger Bestandteil der neuroprotektiven Versorgung. Die transkutane CO2-Überwachung ermöglicht es, die CO2-Werte der Patienten ständig im Blick zu behalten, um einen effektiven Gasaustausch anzustreben und die Beatmungsunterstützung gegebenenfalls umgehend anpassen zu können. Dieser proaktive Ansatz kann dazu

beitragen, die angestrebten CO2-Werte aufrechtzuerhalten, schädliche Schwankungen zu vermeiden und die empfindlichen Gehirne der Frühgeborenen zu schützen.

Darüber hinaus bietet die transkutane Überwachung Pflegeteams die Flexibilität, ihre Patienten unabhängig von der verwendeten Beatmungsmethode (von der Hochfrequenzbeatmung bis hin zu nicht-invasiven Optionen und Bubble CPAP) zu überwachen.

In der Praxis: Das „Golden Week Program“ der University of Alabama in Birmingham (USA)

Von 2014 bis 2020 führte die neonatologische Intensivstation der University of Alabama in Birmingham eine Initiative zur Qualitätsverbesserung durch, die darauf abzielte, die Sterblichkeit und schwere Hirnblutungen bei extrem Frühgeborenen (ELBW) zu verringern. Durch dieses Programm, das unter anderem den frühen Einsatz der transkutanen CO2-Überwachung vorsah, konnte die Inzidenz von Todesfällen oder schweren Hirnblutungen innerhalb von 27 Monaten von 27,4 % auf 15 % gesenkt werden.²

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Verringerung von Schmerzen und Stimulation

Eine neuroprotektive Pflege geht über die Verhinderung von Hirnblutungen hinaus; Schmerzen und Stimulation können sich auch negativ auf die allgemeine Entwicklung eines Neugeborenen auswirken. Im Gegensatz zu termingeborenen Säuglingen können Frühgeborene aufgrund ihres unterentwickelten Gehirns mit Schmerzerfahrung weniger gut umgehen oder sich selbst beruhigen, was zu einer erhöhten Empfindlichkeit und Vulnerabilität führt.

Bei diesen Säuglingen haben sich häufige Blutentnahmen und andere Schmerzerfahrungen nachweislich negativ auf die langfristigen neurologischen und entwicklungsbezogenen Ergebnisse ausgewirkt, einschliesslich einer schlechteren geistigen und kognitiven Entwicklung. 4,5  Diese Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig es ist, Strategien zur Schmerzreduzierung bei der Versorgung von Frühgeborenen umzusetzen.

Auf der NICU besteht die effektivste Methode zur Schmerzreduzierung darin, die Anzahl der schmerzhaften Eingriffe zu minimieren.6 Blutentnahmen, die vor allem zur Messung der Blutgase durchgeführt werden, sind die häufigsten schmerzhaften Eingriffe bei Neugeborenen. 7,8 Durch den Einsatz der transkutanen CO2-Überwachung ist es möglich, wichtige Parameter ständig im Blick zu behalten und gleichzeitig den Bedarf an schmerzhaften Blutentnahmen zu verringern. 9 Dieser Ansatz kann wiederholte invasive

Eingriffe minimieren und somit helfen, die damit verbundenen negativen Folgen zu vermeiden.

In der Praxis: Wie die neonatologische Intensivstation des Hershey Medical Center die Zahl der Blutentnahmen reduzierte

In diesem Whitepaper erläutern Kliniker einer Level IV NICU (DE- Level 1) des Hershey Medical Centers, wie die transkutane Überwachung bei entsprechender Schulung und Umsetzung ein wirksames Instrument zur Verringerung des Bedarfs an Blutentnahmen auf der NICU sein kann.

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Priorisierung des Schutzes der Lunge

Patienten auf einer NICU sind für gewöhnlich auf eine Beatmungsunterstützung angewiesen. Die fragilen, unterentwickelten Lungen von Frühgeborenen sind jedoch besonders anfällig für negative Folgen der Beatmung: Wird zu wenig Volumen zugeführt, kann dies zu Derecruitment und Atelektasen führen; wird zu viel zugeführt, besteht die Gefahr einer Überblähung der Lungen und eines Volutraumas. Dies resultiert in einem Balanceakt zwischen konkurrierenden Prioritäten, denn der Schutz des Gehirns und der Lunge stehen während des Aufenthalts eines Frühgeborenen auf der neonatologischen Intensivstation oft in ständiger Spannung. Je unterentwickelter die Organe des Patienten sind, desto grösser ist das Risiko und um so schwieriger wird dieser Balanceakt.

Da NICUs die Beatmungsstrategien für ihre Patienten festlegen, kann die kontinuierliche Sichtbarkeit des CO2 ein leistungsfähiges, oder sogar lebenswichtiges Werkzeug sein. Dieser kontinuierliche Einblick kann es Pflegeteams ermöglichen, den sicheren Bereich für die Beatmungsunterstützung eines Säuglings zu bestimmen, indem sie auf einen effektiven Gasaustausch abzielen und die notwendigen Anpassungen vornehmen, um die schonendsten Beatmungseinstellungen zu finden, die den Patienten angemessen unterstützen. Die transkutane Überwachung bietet diesen kontinuierlichen Einblick und hilft die Patienten vor möglichen Lungenschäden zu schützen.

Minimierung von Blutverlust

In einer Studie wurde festgestellt, dass in den ersten sechs Lebenswochen eines Neugeborenen wöchentlich bis zu 30 % des zirkulierenden Blutvolumens für Laboruntersuchungen entnommen wurden.10 Die häufigen Laboruntersuchungen ermöglichen es den Ärzten zwar, wichtige Parameter wie den PCO2-Wert genau zu überwachen, sie können aber auch zu einem erheblichen Blutverlust bei Säuglingen führen. Besonders für Frühgeborene können diese Verfahren problematisch sein, da Ihre Blutmenge ohnehin sehr gering ist. Eine Minimierung des Blutverlusts kann diese und andere mit dem Blutverlust verbundene Komplikationen, wie die Notwendigkeit von Transfusionen, verhindern.

Die transkutane Überwachung ermöglicht eine nicht-invasive Messung des CO2-Gehalts der Patienten, wodurch sich die Notwendigkeit häufiger Blutentnahmen verringert, ohne dass dieser wichtige Parameter vernachlässigt wird.9 Obwohl Blutabnahmen wichtige Informationen liefern und ein notwendiges Instrument auf der neonatologischen Intensivstation bleiben, können Bemühungen, unnötige Blutverluste so weit wie möglich zu reduzieren, für Neugeborene von grosser Bedeutung sein. Die transkutane Überwachung kann bei diesen Bemühungen ein wichtiges Instrument sein.

Schutz der empfindlichen Haut

Auf einer NICU hat der Schutz der Haut oberste Priorität. Aufgrund ihrer zarten, unterentwickelten Beschaffenheit ist die Haut von Frühgeborenen anfällig für Verletzungen durch invasive Eingriffe wie Blutentnahmen. Wiederholte Eingriffe wie Fersenblutentnahmen können zu Komplikationen wie Zellulitis, Perichondritis, Fersenosteomyelitis und Abszessen führen.11 Durch kontinuierliche CO2-Messungen in Echtzeit reduziert die transkutane Überwachung die Notwendigkeit von Blutentnahmen und fördert so eine weniger invasive Versorgung dieser empfindlichen Patienten.

Vor zwanzig Jahren verursachten frühe transkutane Systeme, deren Sensoren bei Temperaturen von bis zu 44 °C arbeiten mussten, häufig Hautprobleme und erforderten ein häufiges Neupositionieren des Sensors auf der Haut. Die heutigen modernen Systeme arbeiten mit einer niedrigeren Temperatur von 41 °C, so dass die Sensoren bis zu 8 Stunden lang an einer Messstellebleiben können und weniger häufige Anpassungen erforderlich sind. Darüber hinaus ermöglichen einige Befestigungsoptionen, die speziell für Frühgeborene entwickelt wurden, die Befestigung des Sensors ohne Klebstoff, was die Überwachung in den entscheidenden ersten Lebenstagen, selbst bei hoher Luftfeuchtigkeit, unterstützt.

Die hautfreundlichen Befestigungslösungen von Sentec

Die transkutane Überwachung von Sentec bietet eine Reihe von hautfreundlichen Befestigungslösungen, die speziell für die empfindliche Haut von Früh- und Neugeborenen entwickelt wurden.

MARe-MI

Universell einsetzbarer Befestigungsring für normale, intakte Haut, mit einem hypoallergenen Pflaster

MARe-SF

Universell einsetzbarer Befestigungsring mit einem Pflaster auf Silikonbasis für empfindliche, fragile Haut

Klettbandapplikator

Für die sanfte Sensorbefestigung bei Frühgeborenen, insbesondere in Umgebungen mit hoher Luftfeuchtigkeit

Kontaktgel

Kontaktgel für den Einmalgebrauch; unterstützt einfache Arbeitsabläufe und die Infektionskontrolle

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